Mitteilungen Offene Grüne Liste
Aktuelles
13.Februar 2012
OGL: Grün-Rote Erfolge gewürdigt – Bahn und Bund blockieren Gäubahn
Verschiedene kommunal- und landespolitische Themen hat die Kreistagsfraktion der Offenen Grünen Liste in ihrer jüngsten Sitzung diskutiert.
„Wir hatten uns mehr als die 14,2 Mio. € von den benötigten 150 Millionen Euro für den teilweise zweigleisigen Ausbau zwischen Horb und Tuttlingen erhofft“, zeigte sich die Offene Grüne Liste (OGL) nach Analyse des Investitionsrahmenplans (IRP) des Bundes enttäuscht über die Ergebnisse für die Gäubahn. Im Rahmen des Wahlkampfes zur Volksabstimmung zu Stuttgart 21 hatte wurde insbesondere von der CDU, aber auch anderen Befürwortern immer wieder versprochen, der Bau des Milliardenvorhabens S21 würde nicht zu Lasten der Schienenprojekte im ländlichen Raum gehen. Die Gäubahn würde durch S21 nicht aufs Abstellgleis geschoben, so die Beteuerung der S21-Lobby. „Jetzt, da die Zahlen auf dem Tisch liegen, muss man feststellen, dass unsere Befürchtungen, gerade die Gäubahn würde zum großen Verlierer von S21 werden, leider zutrifft,“ so Hans-Martin Schwarz, Fraktionssprecher der OGL im Kreistag Tuttlingen. Lediglich 14,2 Millionen Euro hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für den Gäubahn-Ausbau vorgesehen.
Insgesamt sind zwischen 2011 und 2015 im IRP Maßnahmen in Höhe von 12,7 Mrd. Euro für die Schieneninfrastruktur aufgelistet. Jedoch sind im Bundeshaushalt für diesen Zeitraum nur 6,4 Mrd. Euro an Mittel überhaupt eingestellt. 50% der aufgelisteten Maßnahmen stehen somit ohne Finanzierung da. Bereits in der höchsten Prioritätsstufe B (bereits begonnene Maßnahmen) seien Projekte in Höhe von 8,5 Mrd. Euro aufgeführt. Das heißt, dass der Bund nicht einmal genug Geld zur Verfügung stelle, um bereits begonnene Projekte fertig zu stellen, geschweige denn neue Projekte wie die Gäubahn überhaupt anzufangen. Bei der derzeitigen Unterfinanzierung von Schienenausbauprojekten in Deutschland sei der IRP nichts weiter als eine Wunschliste, ohne realistische Aussicht auf Erfüllung, so Hans-Martin Schwarz. Für die Gäubahn sei vom Bund schlicht das Geld nicht zur Verfügung gestellt worden. Wenn sich beim Bund nicht bald die Prioritäten änderten und die Gäubahn endlich eine andere Wertigkeit bekomme, werde sich auch leider in den nächsten Jahrzehnten wenig in Sachen Gäubahn-Ausbau tun, betonte Schwarz.
Auf jeden Fall positiv sei, dass das Projekt Stuttgart 21 wohl das am besten kontrollierte Großprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik werde, da 42 % der Bevölkerung, die das Projekt ablehnten, auf Kosteneinhaltung und die technischen Vorgaben achten.
Kreisrätin Susanne Reinhardt-Klotz ergänzte, dass die OGL nicht verstehe, warum die CDU, insbesondere der Abgeordnete Guido Wolf die Landesregierung auffordere, Stuttgart 21 voranzutreiben. „Nicht die Landesregierung, sondern die Bahn ist der Bauherr und die haben eben viele Hausaufgaben im Hinblick auf das Genehmigungsrecht nicht erledigt.“
Die OGL betont aber auch, dass sie das Ergebnis der Volksabstimmung respektiert.
Auch die Errungenschaften der grün-roten Landesregierung wie die Abschaffung der Studiengebühren, die pilotweise Einführung der Gemeinschaftsschulen sowie die großzügige Unterstützung der Kommunen in der Kinderbetreuung sowie in der Sprachförderung und Schulsozialarbeit hob die OGL-Fraktion hervor. „Hätte die CDU dies in ihren guten Zeiten realisiert, hätten in den schwarz regierten Kommunen die Sektkorken geknallt und ein laut hörbares Schulterklopfen hätte stattgefunden, bei Grün-Rot wird noch an der kommunalfreundlichen Politik rumgemäkelt“ erklärte Hans-Martin Schwarz in der Fraktionssitzung.
Dezember 2011
Antrag zum Kreishaushalt 2012
Die Fraktionen der SPD und OGL beantragen die Aufhebung des Sperrvermerks der zweiten zusätzlichen Stelle für den Allgemeinen Sozialen Dienst zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdung
Begründung:
Der verschärfte gesetzliche Schutzauftrag für Kinder kann nur bei entsprechender Personalausstattung des Jugendamts sachgerecht wahrgenommen werden. Der Landkreis Tuttlingen liegt hierbei an letzter Stelle aller 44 Land- und Stadtkreise.
Allein 120 Inobhutnahmen jährlich sowie 20 monatliche Anzeigen wegen Kindeswohlgefährdung zeigen die Problemlage auf.
Nach Rücksprache mit dem Jugendamt bezüglich der Aufgabenfülle müssen Hausbesuche, Unterstützungsangebote für Eltern, Gerichtsverfahren in der Jugendgerichtshilfe und Präventionsmaßnahmen auf den Weg gebracht und begleitet werden.
Die Fraktionen von SPD und OGL sehen auch angesichts der Ausgaben von über 7 Mio. € im Jugendhilfeetat durchaus die Chance zur Einsparung von teuren Folge- und Unterbringungskosten aufgrund verbesserter Präventionsarbeit und rechtzeitiger Begleitung der betroffenen Familien.
Wir bitten daher um die rasche Ausschreibung beider Stellen.
Dieter Müller Hans-Martin Schwarz
Dezember 2011
Rede zur Verabschiedung des Kreishaushaltsplans 2012
Die heutige Haushaltsverabschiedung steht dafür, dass auch in unserem Landkreis im investiven Bereich, was neue Projekte betrifft, nur noch das allernötigste angepackt werden kann. Neue größere Investitionen sind im Haushaltsplan nicht aufgeführt. Es dominiert bei den Investitionen eindeutig das im Jahr 2010 begonnene Bettenhaus im Tuttlinger Klinikum einschließlich Kindertagesstätte und weiterem OP-Saal mit 6,36 Mio. € bei Investitionsausgaben von 7,7 Mio. € insgesamt. Hierbei sind allerdings Landeszuschüsse von 3,8 Mio. € zu berücksichtigen. Die Gesamtverschuldung, zum Ende des Haushaltsjahres 2012 bleibt mit 40,6 Mio. € weitgehend konstant.
Die Investitionen wurden im Vorjahresvergleich weiter zurückgefahren, wobei die Bildungseinrichtungen des Landkreises nun mit der Fertigstellung der Otfried-Preußler-Schule in Balgheim in den letzten Jahren gut bedient wurden.
Positiv anzumerken ist, dass der Erhaltungs- und Sanierungsaufwand von 1,1 Mio. im letzten Jahr auf nun 1,6 Mio. € erhöht wurden, was angesichts des Subtanzerhalts dringend notwendig ist und anderes als bei Großinvestitionen vor allem kleineren Handwerksbetrieben Aufträge verschafft. Hierbei ist zu begrüßen, dass der Kreistag im Kontext mit dem Atomausstieg und der Energiewende dem europaweiten Energiebündnis EEA beigetreten ist, das auch Energiesparmaßnahmen an den zahlreichen Liegenschaften des Landkreises zum Ziel hat. Zu nennen ist hierbei die Außenstelle des Landratsamts in der Alleenstr., die energetisch und vom Gebäudezustand her betrachtet, keine Dauerlösung sein kann.
Im Oktober 2011 konnte das Regionale Hospiz beim Spaichinger Krankenhaus eingeweiht werden, das die Spaichinger Klinik weiter stärkt. Allerdings haben wir uns auch mit einem eingeplanten Defizit des Gesamtklinikums von 880.000 € in 2012 auseinanderzusetzen, das zwar noch aus Rücklagen gedeckt werden kann, das aber sicher im Hinblick auf strukturelle und konjunkturelle Ursachen analysiert werden muss.
Im sozialen Bereich freut sich die Offene Grüne Liste, dass die Suchtberatungsstelle wieder den im letzten Jahr gestrichenen Zuschuss von 33.500 € bekommt und die Wohnungslosenhilfe der Arbeiterwohlfahrt künftig wieder wie vor dem Jahr 2011 mit weiteren 10.000 € unterstützt wird. Erfreulich ist weiterhin, dass im nächsten Jahr keine Kürzungen bei den freien Trägern vorgesehen sind. Mit Rücksicht auf die Kreisfinanzen trägt die Offene Grüne Liste die Einsparungen von gut 350.000 €, die im Jahr 2010 für zwei Jahre beschlossen wurden, zunächst noch mit.
Unser Dank gilt in diesem Zusammenhang den freien Trägern, die in einem Mix von Ehrenamt und bezahlter Arbeit Angebote im sozialen und Jugendbereich aufgebaut haben, die in der Summe dem Landkreis erhebliche Mittel sparen.
Der Landkreis organsiert in vielen Bereichen die soziale Struktur in unserem Gemeinwesen. Dazu gehört auch die Intervention des Jugendamts bei Kindeswohlgefährdung. Wir haben hierbei dringenden Nachholbedarf wie an den vollzogenen 120 Inobhutnahmen jährlich sowie 20 monatlichen Anzeigen wegen Kindeswohlgefährdung ersichtlich ist. Daher befürworten wir zusammen mit den Sozialdemokraten die sofortige Einstellung zweier Mitarbeiter/Innen in den Sozialen Dienst des Jugendamts. Leider sind die Familienstrukturen nicht so wie wir es gerne hätten, auch nicht in vordergründig intakten Familien. Nach Rücksprache mit dem Jugendamt müssen die Mitarbeiter/Innen zunehmend durch Hausbesuche, Unterstützungsangebote für Eltern, Gerichtsverfahren in der Jugendgerichtshilfe und Präventionsmaßnahmen aktiv werden.
Dass beim ÖPNV in Bezug auf die Fahrgastzahlen Zuwächse auf jetzt 8,5 Mio. Fahrten pro Jahr realisiert wurden, ist ein gutes Zeichen. Hierbei ist das 2011 eingeführte Jobticket für die Bediensteten des Landratsamts und der Kliniken ein weiter Schritt, dazu, dass im Sinne des Klimaschutzes und zunehmender Verkehrsprobleme mehr Berufspendler vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV umsteigen. TUTICKET sollte hier noch mit weiteren Unternehmen in der der Region kooperieren, um ähnliche Ergebnisse wie mit der Firma Aesculap zu erzielen. Wir denken daher, dass die zusätzlichen 1,7 Personalstellen für TUTICKET gut angelegtes Geld sind.
Das Thema Kreisumlage betrachtet die Offene Grüne Liste im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben des Landkreises und der hohen Gesamtverschuldung. Daher scheint uns die Erhöhung der Kreisumlage um 0,5 Punkte angemessen. Die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises müssen sich auf die Erfüllung der Aufgaben in einer bürgernahen, dezentralen Form verlassen können, daher sollten wir die Kreisverwaltung mit einem ausreichenden Budget ausstatten.
Dem vorgelegten Haushaltsplan stimmen wir zu.
Hans-Martin Schwarz
Juli 2010
Offene Grüne Liste und Landratswahl: Dialog mit Guido Wolf
Die gesamte Fraktion der Offenen Grünen Liste (OGL) im Tuttlinger Kreistag wurde kürzlich von Landrat Guido Wolf im Landratsamt begrüßt. Es ging um die Wahl des Landrats im Oktober dieses Jahres, bei der Guido Wolf wieder antritt. Bei der vergangenen Wahl vor knapp acht Jahren hatte sich die Grünen-Fraktion – wie auch alle anderen Fraktionen außer der CDU – enthalten. Dies allerdings weniger wegen der Person Wolf, sondern vielmehr wegen der Arroganz der damals mit absoluter Mehrheit ausgestatteten Kreistags-CDU. Fragen zu neun Themen hatten Susanne Reinhardt-Klotz und Faktionssprecher Hans-Martin Schwarz vorbereitet. Gestartet wurde mit der für die OGL wichtigen Frage wie es mit den Zuschüssen an die Freien Träger bei knapper Kreiskasse weitergehen solle. Hans-Martin Schwarz nannte beispielhaft die Arbeit des Frauenhauses, der Fachstelle Sucht, des Psychosozialen Förderkreises und der Obdachlosenbetreuung durch die AWO. Die Offene Grüne Liste befürchtet, dass es für den Landkreis unter dem sozialen und finanziellen Aspekt zum Nachteil gereicht, wenn bei diesen Institutionen gekürzt wird. An anderer Stelle wie beim Sozial- und Jugendhilfehaushalt würden dafür Mehrkosten auftreten, wenn bei den Präventionsmaßnahmen weniger getan werden kann, wie Marianne Epple betonte. Ebenso mahnte Susanne Reinhardt-Klotz an, dass bei Institutionen, die der Kreis mitfinanziert, kein Druck auf das operative Geschäft seitens des Landratsamts ausgeübt werden solle. Freie Träger im sozialen Bereich könnten viel besser als eine Behörde auch ehrenamtliches Engagement mobilisieren, weshalb man diesen mit einer ehrlichen Anerkennungskultur begegnen müsse anstatt sie zu reglementieren, stellte die OGL - Fraktion fest. Weitere Fragen stellte die Offenen Grüne Liste Guido Wolf zum Thema Arbeitslosengeld II. Es ging um die weitere Verbesserung der Vermittlungs- und Qualifizierungsangebote ebenso wie den Aufbau der auch vom Bund geforderten gemeinnützigen Bürgerarbeit. Auch selbst verwaltete Initiativen müssten gefördert werden. Guido Wolf machte den Handlungsspielraum durch das Optionsmodell des Landkreises deutlich, der genutzt werde. Auch die OGL steht voll und ganz hinter dem Landkreismodell, bei dem die derzeit 2800 Bedarfsgemeinschaften nach Hartz 4 voll vom Kreis selbst betreut und gefördert werden. Beim Thema, dass die Daseinsvorsorge öffentliche Aufgabe bleiben müsse und nicht privatisiert werden dürfe, waren sich OGL und Landrat weitgehend einig. Als Erfolgsmodelle wurde das Landkreis-Management des ÖPNV mit dem Ringzug und beim Kreis-Klinikum angeführt. Kreiseinrichtungen der Bürger dürften nicht zum Spielball von privaten Profitinteressen werden, betonte Hans-Martin Schwarz. Die Frage, was der Landkreis gegen den Einsatz der Agro-Gentechnik, die eigentlich niemand wolle, tun kann, warf OGL-Kreisrätin und Biogärtnerin Christiane Denzel auf. Da die viele Landkreise und angrenzende Länder wie die Schweiz und Frankreich auf die Gentechnik verzichteten, müsse man aufpassen, dass auch im Kreis Tuttlingen keine Flächen mit gentechnisch verändertem Saatgut und Pflanzen kontaminiert werden. Dazu sollen im November alle Beteiligten von Bauernverbänden und Behörden an einen Runden Tisch gebracht werden. Zentrales Thema war auch die Weiterentwicklung des Ringzugs. Die Offene Grüne Liste machte sich beim Landrat dafür stark, dass die Einführung einer Tuttlinger Stadtbahn auf der vorhandenen Trasse Richtung Donautal geprüft werde und dass es nach sieben Jahren Ringzug nun an der Zeit sei, den Ring Richtung Geisingen auch wirklich zu schließen. Dadurch sollen neue Fahrgäste, vor allem Pendler gewonnen werden. Man dürfe sich auf den Erfolgen des Ringzugs nicht länger ausruhen. Einen wichtigen Raum nahm die Diskussion über das CDU-Landtagsmandat Guido Wolfs ein. Die Offene Grüne Liste hat zu einen damit Schwierigkeiten, dass hier durch das Doppelmandat Ämterhäufung praktiziert wird, zum anderen, dass Legislative und Exekutive klar getrennt sein sollten. Das Amt des Landrats werde dadurch ein Stück parteipolitischer, da ja auch Landtagswahlkämpfe für die CDU geführt werden müssten, meinte Hans-Martin Schwarz. Wenn eventuell nach der nächsten Landtagswahl nur noch ein Wahlkreis-Abgeordneter in Stuttgart vertreten sei, werde dieser Sachverhalt noch deutlicher. Ebenso liegt der Offenen Grünen Liste die Meinungsvielfalt in den Führungs- und Leitungspositionen des Landratsamts am Herzen, wie sie dem Landrat gegenüber in dem sehr fairen und offenen Meinungsaustausch verdeutlichte. Nach diesem Gespräch hat die Fraktion der OGL eine ausreichende inhaltliche Basis, um sich für die Wahl des Landrats zu positionieren.
Juli 2010
Werbetrommel für das Milliardengrab Stuttgart 21 wird unvermindert gerührt
Am 10. Juli besuchte Bahnchef Rüdiger Grube Tuttlingen und machte Hoffnung, dass der wichtige abschnittsweise zweigleisige Ausbau der Gäubahn bald angegangen wird. Konkrete Zusagen gab es aber wieder nicht. Hans-Martin Schwarz, Fraktionssprecher der Offenen Grünen Liste im Kreistag, weist darauf hin, dass dagegen die Werbetrommel für unvermindert gerührt wird. Dies sei auch nötiger denn je, den 58% der Baden-Württemberger lehnten nämlich nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage das überteuerte Mammutprojekt ab, das eine ganz große Koalition aus CDU, SPD und FDP weiterhin gegen die Mehrheit der Bürger durchsetzen wolle. Schwarz betonte, dass Grube bei seinem Besuch in Tuttlingen keinen reinen Wein eingeschenkt habe, welche negativen Auswirkungen Stuttgart 21 auf Tuttlingen und die Gäubahn habe. Die Gäubahn-Anlieger würden die Auswirkungen von Stuttgart 21 aber bei tatsächlicher Umsetzung sehr schnell zu spüren bekommen. Denn Stuttgart 21 sehe die Stilllegung der Gäubahn innerhalb der Stadt Stuttgart vor. Die Gäubahn-Züge müssten deshalb in Zukunft dauerhaft über den Flughafen umgeleitet werden, was für die Fahrt von Tuttlingen nach Stuttgart Fahrzeitverlängerungen von fünf Minuten bedeuten wird. Bei der zukünftigen Führung der Züge über Leinfelden-Echterdingen müssten diese nach der Stuttgart 21 - Planung wegen der engen Kurvenradien dort großteils auf 60 km/h heruntergebremst werden. Außerdem sei dort Neigetechnik dauerhaft nicht erlaubt, was wiederum den zukünftigen Einsatz der im März von der Gäubahn abgezogenen Neigetechnik - ICE in Frage stelle.
Dies zeige, so Andreas Frankenhauser von OGL-Basis, dass man hierbei für den Fernverkehr Stuttgart-Zürich, der insbesondere für Tuttlingen wichtig sei, überhaupt nicht mitgedacht habe. Wenn die Gäubahn - ICEs wieder fahren, würden diese dann wie eine langsame S-Bahn behandelt. Dies sei ein Schlag für die Fernverkehrshalte in Singen, Tuttlingen, Rottweil und Horb. Doch nicht nur der Fernverkehr sei negativ durch Stuttgart 21 betroffen, so Frankenhauser. Mit Stuttgart 21 müsse auch das Premiumangebot im Gäubahn-Nahverkehr wegfallen. Doppelstockwagen werden die Neubaustrecke über den Stuttgarter Flughafen zukünftig nämlich nicht befahren dürfen. Damit würden die modernen und bequemen Doppelstockzüge, die derzeit als Regionalexpress zwischen Singen und Stuttgart fahren, wegfallen: „Es wäre von Herrn Grube ehrlich gewesen, wenn er bei seinem Besuch in Tuttlingen, angekündigt hätte, welche Verschlechterungen auf Tuttlingen und die Gäubahn zukommen“.
Mai 2010
Fraktion der Offenen Grünen Liste redet mit Klinikleitung und Personalrat
Wie bereits vor der Kommunalwahl angekündigt, möchte sich die Fraktion der Offenen
Grünen Liste (OGL) im Kreistag mit Informationen aus erster Hand versorgen bei
Einrichtungen, die die Kreispolitik tangieren. Zu diesem Zweck fand sich am vergangenen
Donnerstag die gesamte Fraktion in der Kreisklinik Tuttlingen ein: Fraktionssprecher
Hans-Martin Schwarz machte zunächst beim Personalrat der Klinik, bestehend
aus Susanne Lippert, Bernd Rieger und Jutta Storz vom Tuttlinger und Elke
Dreher vom Spaichinger Krankenhaus deutlich, dass man angesichts der Sparmaßnahmen, die auch Personalkürzungen beinhalten, ungefilterte Informationen von Seiten der Klinik-Beschäftigten erhalten wolle.
Man war sich einig, dass bei zu viel Personalbelastung und Überstunden Einsparungen
beim Personal das Gegenteil vom gewünschten Effekt bewirken können, da
durch Fehlzeiten, Burnout-Syndrome und fehlenden Service am Patienten der gute
Ruf der Kliniken leiden könne. Gerade auf eine positive die Mund-zu-Mund-
Propaganda der entlassenen Patienten sei man aber angewiesen, wenn es um Belegungszahlen ginge. Die ausgezeichnete Belegung der OP-Räume erfordere wohl
künftig einen Schichtbetrieb.
Beim anschließenden Treffen mit der Klinikleitung führte Direktor Eberhard Fricker
aus, dass durch Erlössteigerungen und ständige Innovationen in den letzten Jahren
das Defizit der Kliniken im regionalen Vergleich mit 875.000,- EUR in 2010 noch relativ
gering gehalten werden konnte. Es habe in den vergangenen vier Jahren keine
Personalkürzungen gegeben. Durch das Pflegestellenprogramm seien bislang 10
neue Stellen geschaffen worden. OGL-Kreisrätin Marianne Epple sprach das neue
Stationskonzept an, nach dem bestimme Serviceleistungen nicht mehr vom Klinikfachpersonal, sondern von geschulten Hilfskräften übernommen werden sollen. Das betreffe vor allem Reinigungs- und weitere Service-Tätigkeiten in den Patientenzimmern.
In den bisherigen Versuchen kam das neue Konzept wohl sehr gut an wie Anne
Burger als Pflegedienstleiterin betonte, da es Pflegekräfte von eher unangenehmen
Arbeiten entlaste und Hilfskräfte dennoch aufwerte. Ebenso wurde die Anstellung
von Dokumentationsassistenten für die Ärzte angesprochen, um die diese von
Schreibarbeiten zu entlasten. So könnten sich die Ärzte mehr direkt um Patienten
und Angehörige kümmern.
Dass man zu den beiden Standorten Spaichingen und Tuttlingen sowie zum neuen
Bettenbau für 14 Mio. EUR stehe, machte Hans-Martin Schwarz deutlich, ebenso zu
der Struktur des Eigenbetriebs. Auch Susanne Reinhardt-Klotz plädierte für kleinere
überschaubare Häuser, die sich wohltuend vom Massenbetrieb der Großklinken abheben.
Die Nachbarklink in Singen, die sich in einem großen Verbund befinde, habe
weiter mehr Schwierigkeiten und ein höheres Defizit als Tuttlingen. Ebenso lehnt die
OGL Privatisierungstendenzen wie bei den Kliniken im Kreis Rottweil ab: „Gesundheits-
und Krankenhauspolitik gehört für uns zur öffentlichen Daseinsvorsorge, das
man nicht dem Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen kann“.
Dass wo möglich und nötig – auch zur Kosteneinsparung und im Sinne der Patienten
– mit benachbarten Kliniken kooperiert werden muss, ist für die OGL ebenso klar,
wie Kathrin Kreidler verdeutlichte.
Nachdem Kreisrätin Christiane Denzel das Thema „Wartezeiten in Ambulanz“ thematisiert hatte, führte Dr. Michael Schipulle sehr sachlich aus, warum manchmal Wartezeiten– vor allem beim Auftreten von Notfällen – unvermeidlich seien. Man sei aber ständig bemüht, Wartezeiten zu verkürzen und die Kommunikation mit den Wartenden zu verbessern.
Gränzbote vom 15.April 2010

Februar 2010
Antrag auf Einführung eines Patentickets für den ÖPNV
Um älteren MitbürgerInnen den Umstieg auf das Angebot des ÖPNV – Ringzug und TuTicket - zu erleichtern, schlagen wir vor, ein so genanntes
Patenticket einzuführen.
Erfahrene ÖPNV- Kunden über 60 Jahre erhalten eine drei Monate gültige Karte. Diese sollen sie an Gleichaltrige verschenken, die bis dahin keine geübten Bus- und Bahnfahrer sind, und sie dabei unterstützen, die Möglichkeiten des ÖPNV zu testen.
Die Kölner Verkehrsbetriebe haben mit diesem Projekt gute Erfahrungen gemacht. Fast ein Drittel der „Patenkinder“ hat im Anschluss ein eigenes Abo, viele weitere nutzen unregelmäßig, aber deutlich öfter den Nahverkehr.
Damit hat sich die Aktion selber getragen.
Der als Paten in Frage kommende Personenkreis könnte z.B. durch eine Informationsveranstaltung motiviert werden, sich zu engagieren.







