Grüne informieren sich in einem der ältesten Industriestandorte in Baden-Württemberg - Bundestagsabgeordnete mit Delegation bei SHW

Dr. Franziska Brantner, europapolitische Sprecherin und Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen, besuchte mit Bündnisgrünen des Kreisverbandes Tuttlingen das Hüttenwerk SHW im Ludwigstal in Tuttlingen.  

MdB Dr. Franziska Brantner

Dieses wurde 1694 unter dem württembergischen Herzog Eberhard Ludwig als Schwäbische Hüttenwerke für Eisenverhüttung von Bohnenerz an der Donau gegründet. Die Hochöfen glühen bis heute, was die Delegation beim Gang durch die Gießerei spürte, doch jetzt für die Produktion hochspezifischer Verbundbremsscheiben. 

   

Brantner interessierte sich für die Veränderungen der Automobilzulieferindustrie angesichts von Klimawandel und Corona-Krise. „Während der Corona-Krise mussten wir zeitgleich noch einen Betriebsumbau stemmen sowie in Kurzarbeit gehen, die wir nach dem Sommer voraussichtlich beenden", so der Kaufmännische Leiter Michael Steppuhn von SHW-Brake-Systems. Innerhalb der SHW-Gruppe werden in Baden-Württemberg Motoren- und Pumpenkomponenten für die Automotive Branche hergestellt.

 

„Wie kann Deutschland als Industrieland künftig noch konkurrenzfähig bleiben?", so Ina Schultz, Grüne Sprecherin für Wirtschaft und Soziales. Sie produzierten in Nischenbereichen, vor allem für Premium- und Elektrofahrzeuge, die durch zunehmende Gewichtsreduktion der Bremsscheiben für die Hersteller interessanter würden. Es würde weniger Kraftstoff gebraucht, CO2 reduziert und somit Emissionen eingespart.

 

LBU-Stadträtin Katja Rommelspacher interessierte sich für das Betriebsklima und die Umsetzung der Corona-Hygienemaßnahmen. Betriebsratsvorsitzender  Isni Aliji  berichtete über die einerseits harten Arbeitsbedingungen an einem Hochofen, aber einem guten Arbeitsklima und geringer Fluktuation unter den Beschäftigten trotz multinationaler Zusammensetzung, größtenteils sind die Mitarbeiter in der IG Metall organisiert.

 

Der bündnisgrüne Klaus Schmid-Droullier vom Tuttlinger Kreisvorstand war verwundert, dass die Abwärme zwar betriebsintern genutzt, aber große Teile in die Umwelt abgegeben werden: „Warum wird diese nicht als Fremdwärme für Baugebiete genutzt?". Bei der Erschließung des Neubaugebietes wurde diese Thematik untersucht, mit dem Ergebnis, dass das Potential für die Nutzung nicht ausreichend sei. Kreisvorsitzende Angelika Störk bedankte sich bei der Firma für die Bereitschaft zum intensiven Vor-Ort-Gespräch und den Einblicken in die Gießerei.